Songs of the Clown

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Songs of the Clown ~

CD Release 31.1.25

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Solo Musica /SWR Kultur

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CD Release 31.1.25 ~ Solo Musica /SWR Kultur ~

Der Clown balanciert schon seit Urzeiten auf dem Drahtseil, das Sinn und Unsinn voneinander trennt. Sein Publikum darf amüsiert beobachten, wie er fällt, sich mit unerschütterlicher Hoffnung wieder aufrappelt, dem Zeitgeist anpasst und dann – heiter weiter scheitert. Doch was fühlt der Clown dabei? Und wer ist er, wenn er sich abgeschminkt hat? Verena Tönjes, Mezzosopran, und Daria Tudor, Klavier haben sich in der Liedkunst auf die Suche nach dieser ambivalenten Figur begeben…

Unser Debüt-Album “Songs of the Clown” ist ab sofort auf allen gängigen Streaming-Plattformen und kann hier erworben werden!

Neben den titelgebenden “5 Songs of the Clown” von Erich Wolfram Korngold und ausgewählten Liedern von Max Kowalski, Ethel Smyth u.v.m. enthält die CD auch eine Erstaufnahme der “Pierrot-Lieder” op. 48 von Eduard Künneke. Und natürlich auch ein bisschen Nonsense.

Ausgezeichnet mit dem “Supersonic”-Award des Fachmagazins Pizzicato!

Presse

Die exquisite Darbietung der Sängerin wird kongenial unterstützt von der rumänischen Pianistin Daria Tudor. (...) Tönjes gestaltet die Lieder mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln, mit einer den ganzen Dynamik-Bereich umfassenden Stimmgebung, einer reichen Palette an Stimmfarben und einer dezidiert gestalterisch eingesetzten Atemtechnik. Ihr Gesang ist untadelig, hochexpressiv und kommt mit dem Klavierpart voll zum Tragen.
— Remy Franck, Pizzicato

Pizzicato

01.02.2025

de / en

Verena Tönjes begeisterte mit einer enormen Vielfältigkeit, die sie mit ihrer sehr ausdrucksstarken und wandlungsfähigen Stimme demonstrierte. Für ihr Konzert wurden Verena Tönjes und Daria Tudor mit einem langanhaltenden Applaus und Zugaberufen belohnt.
— Ute Extra, Nordwestzeitung

NWZ

10.02.2025

La jeune Allemande se promène dans le Lied comme dans son jardin. Fermeté du timbre, souplesse de la ligne, incarnations irrésistibles, Verena Tönjes est capable d’enivrer (Kurt Weill) comme d’émouvoir (Stephen Sondheim). Et la pianiste qui l’accompagne, la Roumaine Daria Tudor, ne lui cède en rien dans l’art de la scène en miniature.
— Pierre Gervasoni, Le Monde

Le Monde

31.1.2025

“Die junge Deutsche spaziert durch das Lied wie durch ihren Garten. Festigkeit im Ton, Flexibilität in der Linie, unwiderstehliche Inkarnationen – Verena Tönjes vermag sowohl zu berauschen (Kurt Weill) als auch zu bewegen (Stephen Sondheim). Und die Pianistin, die sie begleitet, die Rumänin Daria Tudor, steht ihr in der Kunst der Miniaturbühne in nichts nach.”

Liedtexte

  • Max Kowalski (1882-1956): 12 Gedichte aus Pierrot lunaire op. 4, Nr. 1

    Text: Albert Giraud (1860-1929), Übersetzung: Otto Erich Hartleben (1864-1905)

    Pierrot! Mein Lachen
    Hab ich verlernt!
    Das Bild des Glanzes
    Zerfloß - Zerfloß!
    Schwarz weht die Flagge
    Mir nun vom Mast.
    Pierrot! Mein Lachen
    Hab ich verlernt!
    O gieb mir wieder,
    Roßarzt der Seele,
    Schneemann der Lyrik,
    Durchlaucht vom Monde,
    Pierrot - mein Lachen!

    Pierrot! my laughter
    I have forgot.
    My source of light is erased, – erased.
    Black waves the flag now,
    Upon my mast.
    Pierrot! my laughter
    I have forgot.
    O give me back,
    You farrier of spirits,
    Snow-man of poesy,
    Princess of moonshine,
    Pierrot! – my laughter!

    English translation © 1996 by Roger Marsh

  • Max Kowalski (1882-1956): 12 Gedichte aus Pierrot lunaire op. 4, Nr. 4

    Text: Albert Giraud (1860-1929), Übersetzung: Otto Erich Hartleben (1864-1905)

    Mit einem phantastischen Lichtstrahl
    Erleuchtet der Mond die krystallnen Flacons
    Auf dem schwarzen, hochheiligen Waschtisch
    Des schweigenden Dandys von Bergamo.
    In tönender, bronzener Schale
    Lacht hell die Fontaine, metallischen Klangs.
    Mit einem phantastischen Lichtstrahl
    Erleuchtet der Mond die krystallnen Flacons.
    Pierrot mit dem wächsernen Antlitz
    Steht sinnend und denkt: wie er heute sich schminkt?
    Fort schiebt er das Rot und das Orients Grün
    Und bemalt sein Gesicht in erhabenem Stil
    Mit einem phantastischen Mondstrahl.

    And with a fantastical searchlight
    Now spotlights the moon all the crystalline flasks
    On the jet black, most holy wash stand
    Of the voiceless young dandy of Bergamo.
    Resounding around the bronze basin
    Brightly laughs the fountain, metallic and clear.
    And with a fantastical searchlight
    Now spotlights the moon all the crystalline flasks.
    Pierrot, with pasty complexion
    Stands pensive and thinks;
    What make-up shall I use today?
    Out goes first the red, then the Orient green,
    And he paints up his face with impeccable style –
    Using a fantastical moonbeam.

    English translation © 1996 by Roger Marsh

  • Max Kowalski (1882-1956): 12 Gedichte aus Pierrot lunaire op. 4, Nr. 7

    Text: Albert Giraud (1860-1929), Übersetzung: Otto Erich Hartleben (1864-1905)

    Einen Eisblock, schillernd weiss,
    Scharf gewetzt vom Licht der Nächte,
    Trifft Pierrot — als er verzweifelnd
    Fühlt, wie schon sein Schiff versinkt.

    Frisch belebten Auges starrt er
    Auf den Retter, ungeahnt —
    Einen Eisblock, schillernd weiss,
    Scharf gewetzt vom Licht der Nächte.

    Und er scheint ihm ein Collega:
    Ein Pierrot mit bleichen Ärmeln.
    Und mit feierlichen Gesten
    Grüsst er seinen treuen Bruder,
    Einen Eisblock, schillernd weiss.

    An ice block, dazzling white
    Sharpened by the light of the nights,
    Pierrot meets - as he, in despair,
    Already feels his ship sink.

    With vivid eyes he stares
    At his saviour, unbeknownst —
    An ice block, dazzling white,
    Sharpened by the light of the nights.

    And it seems to him a colleague:
    A Pierrot with pale sleeves.
    And with solemn gestures
    He greets his faithful brother,
    An ice block, dazzling white.

    English translation by Verena Tönjes

  • Max Kowalski (1882-1956): 12 Gedichte aus Pierrot lunaire op. 4, Nr. 9

    Text: Albert Giraud (1860-1929), Übersetzung: Otto Erich Hartleben (1864-1905)

    Einen weißen Fleck des hellen Mondes
    Auf dem Rücken seines schwarzen Rockes,
    So spaziert Pierrot im lauen Abend,
    Aufzusuchen Glück und Abenteuer.

    Plötzlich - stört ihn was an seinem Anzug,
    Er beschaut sich rings und findet richtig -
    Einen weißen Fleck des hellen Mondes
    Auf dem Rücken seines schwarzen Rockes.

    Warte! denkt er: das ist so ein Gipsfleck!
    Wischt und wischt, doch - bringt ihn nicht herunter!
    Und so geht er, giftgeschwollen, weiter,
    Reibt und reibt bis an den frühen Morgen --

    Einen weißen Fleck des hellen Mondes.

    With a snowy fleck of shining moonlight
    On the shoulder of his smart black dress coat,
    So strolls out Pierrot this summer evening;
    Out in search of pleasure and adventure.
    Something bothers him about his outfit:
    He looks round to see
    And finds he’s quite right.
    There’s a snowy fleck of shining moonlight
    On the shoulder of his smart black dress coat.
    Hold on! he thinks. That must be some plaster!
    Wipes and wipes, but he can not remove it
    Then continues, tainted on his journey;
    Rubs and rubs – until the early morning,
    At a snowy fleck of shining moonlight.

    English translation © by Roger Marsh

  • Margaret Ruthven Lang (1867-1972): More Nonsense Rhymes and Pictures op. 43

    Text: Edward Lear (1812-1888)

    There was an Old Man in a tree
    Who was terribly bored by a Bee;
    When they said: „Does it buzz?“ he replied, „Yes it does!
    It’s a regular brute of a Bee.“

    Es war ein Mann in einem Baum,
    den eine Biene entsetzlich nervte.
    Als man fragte: „Brummt sie?“ antwortete er:
    „Ja, das tut sie! Es ist ein echtes Ungeheuer von einer Biene.“

    dt. Übersetzung: Verena Tönjes

  • Margaret Ruthven Lang (1867-1972): Nonsense Rhymes and Pictures op. 42

    Text: Edward Lear (1812-1888)

    There was a Young Lady of Lucca,
    Whose lovers completely forsook her;
    She ran up a tree, and said „Fiddle-de-dee!“
    Which embarrassed the people of Lucca.

    Es war eine junge Dame aus Lucca,
    Deren Liebhaber ihr völlig entsagten.
    Sie rannte einen Baum hinauf und sagte „Fideldidi!“
    Was die Menschen in Lucca peinlich berührte.

    Deutsche Übersetzung: Verena Tönjes

  • Eduard Künneke (1885-1953): Pierrot-Lieder op. 48, Nr. 1

    Text: Ursel-Renate Hirt (1903-1942)

    Pierrot seufzt auf und schreibt auf blasse Seide:
    „Laß mich dein Narr, laß mich dein Sklave sein,
    Schau auf mein Herz und nicht nach meinem Kleide,
    Sein heißes Brennen gilt nur dir allein.

    Immer sollst du durch Blütenbeete schreiten,
    Duftschwer, betäubend, farbenüberblüht,
    Die Sehnsucht soll den Himmel dir bereiten,
    Erhör die Liebe, die mein Herz erglüht!“

    Pierrot schluchzt auf und starrt dann auf die Seide,
    Sieht sich im Glas, sein Herz erschauert tief.
    Ströme von Tränen fließen durch die Kreide:
    Das ist Pierrot! Und er zerreißt den Brief.

  • Eduard Künneke (1885-1953): Pierrot-Lieder op. 48, Nr. 2

    Text: Ursel-Renate Hirt (1903-1942)

    Silberne Sichel
    Pierrot denkt nach.
    Du Schale des Mondes,
    aus dir stieg Pierrette,
    Sternenumwallte,
    und flog in mein Herz.

    Silberne Sichel
    Pierrot denkt nach.
    Eiskalte Quelle flirrenden Lichtes,
    Dir entsprang sie gleich einer Flocke,
    Silberne Sichel
    Pierrot denkt nach.

    Schön wie ein Weib, das Liebe erfüllt,
    schön ist Pierrette, doch schmilzt sie dahin.
    Am Herzen Pierrots, das glühend bebt,
    ein kalter kristallener Frauenleib.
    So ist Pierrette.
    Pierrot denkt nach.

  • Eduard Künneke (1885-1953): Pierrot-Lieder op. 48, Nr. 3

    Text: Ursel-Renate Hirt (1903-1942)

    Kolombine und Pierrette!
    Pierrot singt zu der Gitarre spitzem Klang.
    Bitte helft mir, meine Süßen,
    denn ich bin, ich werde liebeskrank.

    Eine Maske auf dem Feste
    im Gedräng sich an mich preßte,
    Und mein Schreck, o Gott, Pierrette,
    und mein Schreck, o Kolombine!

    Mich durchzieht ein süßes Beben,
    denn von vorn ist‘s Kolombine,
    und von hinten ist‘s Pierrette,
    sagt mir, bitte, ist das „Leben“?

    Ihre roten Lippen warten
    und ich kann mich nicht entscheiden.
    Ach, wie schrecklich Männer leiden!
    Bitte mischt des Schicksals Karten!

    Nichtmal von euch beiden
    konnt‘ ich eine meiden
    und nun kommt noch eine dritte!

    Viele süße Stunden
    sind mit euch verbunden
    und nun steht ein andres Mädchen,
    das ich liebe, in der Mitte.

    Wie ein Traum ist sie erschienen,
    diesem Traume will ich dienen,
    denn ihr zwei seid dabei,
    ach ihr drei erfüllt mein Leben.

    Wer von euch ist nun mein Glück?
    Gebt mir meine Ruh zurück!

    Zärtlichkeit von Kolombinen
    Seh ich auf Pierrettes Mienen,
    jede liebt, jede gibt,
    und ich kann euch gar nichts geben.

    Doch mein Herz fleht zu den Sternen,
    drei zu lieben muß ich lernen,
    ja, mein Sehnen und mein Trachten,
    ist‘s euch alle drei zu achten,
    sagt mir an, welcher Mann das kann?

    Ach Pierrette, Kolombine,
    sagt mir, wer war die Kokette,
    sagt mir frei, was ich verdiene!

    War es eine von euch beiden,
    Der‘s gefiel, sich so zu kleiden?
    Ach, gesteht, sonst ist‘s zu spät.

    Denn ich muß es euch vertrauen
    ach, ihr süßen, süßen Frauen:
    Alle drei sind doch nur eine!
    Meine, meine!

    Ach, ich seh, ich muß es büßen,
    daß ich Allen lieg zu Füßen,
    meine Not erlöst der Tod.

    Denn ihr drei seid heiße Sonnen,
    die mich jagen, und so viele süße Wonnen
    kann der Stärkste nicht vertragen.

    Ach, ich sterbe, vor Gefühlen.

  • Eduard Künneke (1885-1953): Pierrot-Lieder op. 48, Nr. 4

    Text: Ursel-Renate Hirt (1903-1942)

    Wenn ihr‘s nicht wißt, so laßt’s euch sagen,
    Ich habe den Wasserspiegel zerschlagen!
    Ihr glaubt es nicht? Ich mußt‘ es tun,
    Mein Antlitz ließ mich nicht mehr ruhn!

    Denn ich konnte mein Weißgesicht nicht mehr sehn,
    und es blieb doch bei Mondlicht im Weiher stehen,
    Messieurs et Mesdames, das glückte mir!
    Nun ist‘s entzwei und nicht mehr hier.

    Tief im Wassergrund sitzen Frau‘n,
    die staunend auf die Scherben schau’n,
    die Scherben des Gesichtes des Narr‘s,
    des armen Wichtes!

    Sie glänzen und sie schimmern hell
    und alle Wesen sind zur Stell’,
    die sich im See bewegen
    und nachts im Riedgras regen.

    Sie sammeln meine Scherben ein
    und schau‘n in ihren Spiegelschein
    und sehen in dem Glase
    meinen Mund und meine Nase.

    Nun glauben sie, sie sehen sich!
    Ich aber lach und freue mich,
    denn in den Scherbensplittern,
    umgrünt von Seegrasgittern,
    blieb meine Maske blaß und weiß,
    sie lebt und kriegt den ersten Preis,
    doch alle diese Wesen
    seh‘n sich, wenn sie drin lesen.

    Der unförmige Tintenfisch
    empfindet sich sehr malerisch,
    der Seestern überzeugt sich,
    und auch die Krabbe beugt sich.

    Ein weißes Pierrotangesicht
    erstrahlt im See, als wär‘s ein Licht.
    Die Wassergeister irren
    um sein zerbroch‘nes Flirren.

    An der Koralle festem Platz
    Zeigt eine Qualle ihrem Schatz
    Pierrots zersprungne Augen,
    die nicht mehr sehr viel taugen,

    es sei denn, daß sie doch noch seh‘n
    und mit verzweifelt stummem Fleh‘n
    die schönste Nixe zwingen,
    ihm Zärtlichkeit zu bringen.

    Dann wäre alles nicht so schlimm -
    dann wäre ich in meinem Grimm
    bestimmt noch sehr manierlich,
    denn Nixen sind sehr zierlich.

    Die Treppe, die nach unten führt,
    hat längst mein Zauberstab berührt.
    Glaubt mit, Pierrot, der kann das,
    sonst weiß davon kein Mann was.

    Ich bin ein ganz besondres Ding,
    und scher mich keinen Pifferling,
    um das, was andre schaffen,
    die Welt macht mich zum Affen.

    Nun bin ich still, sonst glaubt ihr nicht,
    was ein Pierrot so von sich spricht,
    ihr wißt, nun ist er kopflos
    und ihr kennt seinen Schopf bloß.

    Doch mein Gespenst verrät sehr viel,
    ihr glaubt doch seinem Gaukelspiel
    und wißt nicht, daß es leise
    sich selbst verlacht, und weise

    sich und die ganze Welt vergißt,
    weil es mit andern Maßen mißt.
    Nach Kopf dürft ihr nicht fragen,
    das läßt Pierrot euch sagen!

  • Eduard Künneke (1885-1953): Pierrot-Lieder op. 48, Nr. 3

    Texte: Ursel-Renate Hirt (1903-1942)

    Unter Iris und Cypressen
    ruht Pierrot vom Leben aus.
    Alle haben ihn vergessen:
    Erde blüht ihm einen Strauß.

    Doch nun sieht man schon seit Tagen
    eine Kleine, blondgelockt,
    die nach seltsamem Betragen
    auf dem schmalen Hügel hockt.

    In den Händen ein Paketchen,
    aufgestellt auf einem Stein,
    dreht sie fleißig seine Rädchen
    und dann setzt ein Klingen ein.

    Und dann singt ein dünnes Stimmchen
    zu der feinen Melodie,
    und es drehn die kleinen Füße sich im Takt,
    so wie noch nie.

    „Lieber Pierrot komm doch wieder,
    sei doch gut, ich bin allein,
    gern sing ich dir schöne Lieder,
    bitte laß mich bei dir sein.

    Früher konnt‘ ich niemals lachen,
    dann kamst du, ich freute mich,
    gib dir Mühe zu erwachen,
    lieber Freund, ich bitte dich!“

    Und die Spieluhr klirrt ihr Liedel,
    und die Kleine – hockt – und lauscht:
    Pierrot hat mit seiner Fiedel
    doch ein Kinderherz berauscht.

  • Kurt Weill (1900-1950): Klops Lied (1925)

    Text: Unbekannt

    Ick sitze da un' esse Klops
    uff eemal klopp's
    Ick kieke, staune, wundre mir,
    uff eemal jeht se uff die Tür.
    Nanu, denk ick, ick denk nanu
    jetz isse uff, erscht war se zu!
    Ick jehe raus und blicke
    und wer steht draußen? Icke! Icke! Icke!!

    I sit here eating meatballs
    suddenly it’s knocking on the door
    I look, astonished and bewildered,
    suddenly the door opens
    Well, says I, well
    now it’s open, before it was closed!
    I go out and take a look,
    and who's outside? - It's me! Me!

    English translation: V. Tönjes, Gary Bachlund

  • Alexander Steinbrecher (1910-1982): Ich bin so unmusikalisch. Ein Chanson für sehr musikalische Interpreten

    Text: Erich Meder (1897-1966), Alexander Steinbrecher

    Zu wenig Männer gibt’s, wohin wir Frau’n auch blicken,
    statistisch kommt auf je drei Frauen nur ein Mann,
    und um den einen zu beglücken wenden Frau’n diverse Tücken
    im gegeb’nen Fall jedesmal an.

    Die eine pocht auf ihre unerforschte Seele,
    die zweite täuscht so manches vor, was sie nicht hat,
    die dritte circt mit ihrem Gold in ihrer Kehle,
    doch in dieser schweren Lage versage ich glatt:

    Ich bin so unmusikalisch,
    sing’ immer „Cis“ statt „C“,
    und das tut dem, den ich liebe, so weh!
    Denn er ist hochmusikalisch,
    und wenn ich sowas tu’,
    dann schließt er mir meinen Mund
    mit Küssen zu.

    Und weil es doch bekanntlich äußerst angenehm ist,
    wenn einen endlich einmal so ein Mannsbild küsst,
    verrat’ ich heute allen Frauen im Vertrauen,
    dass mein scheußlicher Gesang nur eine List,
    und sonst gar nichts ist!

    Denn ich tu ja nur auf unmusikalisch, sing eisern „Cis“ statt „C“,
    dann küsst mich der, den ich liebe mehr denn je! Ja, ja!

    Wenn wir gemeinsam Sonntag abends Radio hören,
    und der Menuhin spielt ein Solostück von Bach,
    beeil’ ich mich, ihm zu erklären:
    „Diese Polka für Trompete spielt dem Backhaus doch keiner mehr nach!“

    Und hör’n wir dann den Walzer „Rosen aus dem Süden,“
    dann sag’ ich: „Du, das kenn ich Ton für Ton,
    das ist von Wolfgang Brahms die Ouvertüre
    ,Die Hebriden von Sevilla,’
    in der Fassung von Ludwig van Liszt.“

    Ich bin so unmusikalisch...

  • Margaret Ruthven Lang (1867-1972): Nonsense Rhymes and Pictures op. 42

    Text: unbekannt

    There once was a Lady of Riga,
    Who smiled, as she rode on a tiger;
    They returned from the ride, with the Lady inside,
    And the smile on the face of the tiger.

    Es war eine Dame aus Riga,
    Die lachte, denn sie ritt einen Tiger,
    Sie kehrten von hinnen
    die Dame war drinnen
    und das Lachen nun ganz beim Tiger.

    Deutsche Übersetzung: Verena Tönjes

  • Margaret Ruthven Lang (1867-1972): Nonsense Rhymes and Pictures op. 42

    Text: Edward Lear (1812-1888)

    There was an Old Man of Cape Horn,
    Who wished he had never been born;
    So he sat on a Chair till he died of despair,
    That dolorous Man of Cape Horn.

    Es war einst ein Mann vom Kap Horn,
    der wünschte, er wär nie gebor’n,
    Er saß in der Kammer bis er starb voller Jammer,
    der traurige Mann vom Kap Horn.

    Deutsche Übersetzung: Verena Tönjes

  • Ethel Smyth (1858-1944): Three Songs, No. 1

    Text: Maurice Baring (1874-1945)

    There was once a poor clown all dressed in white,
    And chained to the dungeon bars
    And he danced all day, and he danced all night,
    To the sound of the dancing stars.

    "O clown, silly clown, O why do you dance?
    You know you can never be free.
    You are tied by the leg to the strings of chance,
    But you dance like captive flea."

    "My chain is heavy, my cell is dark,
    I know I can never be free.
    In my heart, in my heart there's a dancing spark,
    And the stars make music for me.

    "Oh ! muffle my cell and rivet my chains,
    And fetter my feet and my hands,
    My soul is a horse of foam without reins.
    That dances on deathless sands."

    War ein armer Hanswurst in weißem Kleid,
    musst' in Kerker und Ketten geh'n;
    und er tanzt bei Tag und zu nächt'ger Zeit,
    wenn die Sterne im Tanz sich dreh'n.

    O Narr, dummer Narr, worauf du nur baust?
    Fliehst nimmer aus dunklem Gelass,
    bleibst gefesselt am Fuß von des Schicksals Faust,
    und du tanz'st wie die Flieg' im Glas.

    Schwer drückt die Kette mich armen Wicht,
    dem nimmer die Freiheit lacht,
    doch mein Herz, o mein Herz ist ein tanzend Licht,
    und in Sternen singt mir die Nacht.

    O lasst mich erstickt im finsteren Turm
    und schmiedet in Ketten mich ganz;
    die Seele ist frei und jagt mit dem Sturm
    in seligen Höh'n zum Tanz.

    Übersetzung: Dr. R. St. Hoffmann

  • Erich Wolfram Korngold (1897 – 1957): 5 Songs of the Clown op. 29, Nr. 1

    Text: William Shakespeare (1564-1616)

    Come away, come away, death,
    And in sad cypress let me be laid;
    Fly away, fly away, breath;
    I am slain by a fair cruel maid.

    My shroud of white, stuck all with yew,
    O prepare it!
    My part of death, no one so true
    Did share it.

    Not a flower, not a flower sweet,
    On my black coffin let there be strown;
    Not a friend, not a friend greet
    My poor corpse, where my bones shall be thrown:

    A thousand, thousand sighs to save,
    Lay me, O where
    True lover never find my grave,
    To weep there!

    Komm herbei, komm herbei, Tod.
    Und in Zypressen trüb leg mich hin!
    Fliege weg, fliege weg, Hauch!
    Umgebracht durch holdseliges Weib.

    Mein Leichentuch mit Eibenholz
    Vorbereite!
    Den Todesteil, keiner so treu
    Mitteilte.

    Keine Blume, keine Blume süß
    Auf meiner Kiste sei dort gestreut
    Auch kein Freund, auch kein Freund grüß
    Die Beine egal wo verworfen.

    Halt tausend tausend Seufzer fern!
    Leg mich, Ach, wo
    Mein Geliebter kein Grab nie findet,
    Zu weinen!

    Übersetzung © 2012 von David Paley

  • Erich Wolfram Korngold (1897 – 1957): 5 Songs of the Clown op. 29, Nr. 2

    Text: William Shakespeare (1564-1616)

    O mistress mine, where are you roaming?
    O, stay and hear; your true love’s coming,
    That can sing both high and low:

    Trip no further, pretty sweeting;
    Journeys end in lovers meeting,
    Every wise man’s son doth know.

    What is love? ’tis not hereafter;
    Present mirth hath present laughter;
    What’s to come is still unsure:

    In delay there lies no plenty;
    Then come kiss me, sweet and twenty,
    Youth’s a stuff will not endure.

    O Fräulein meins! Woher du wanderst
    O bleib und horch fein Liebchen kommen,
    Das auch singt so deutlich klar!

    Geh nicht weiter, hübsches Liebling!
    Liebesgrüß die Reisen enden.
    Jeder Weltmann weiß das schon.

    Komm mein Schatz doch nicht zukünftig!
    Freude jetzt bringt Lachen mit,
    Was noch kommt, ist unbekannt,

    Die Verspätung tröstet nicht-
    Dann komm! Küss' mich, süß und zwanzig!
    Jugendstoff fliegt leicht hinweg.

    Übersetzung © 2012 von David Paley

  • Erich Wolfram Korngold (1897 – 1957): 5 Songs of the Clown op. 29, Nr. 3

    Text: William Shakespeare (1564-1616)

    I am gone, sir,
    And anon, sir,
    I’ll be with you again,
    In a trice,
    Like to the old Vice,
    Your need to sustain;
    Who, with dagger of lath,
    In his rage and his wrath,
    Cries, ah, ha! to the devil:
    Like a mad lad,
    Pare thy nails, dad;
    Adieu, good man devil.

  • Erich Wolfram Korngold (1897 – 1957): 5 Songs of the Clown op. 29, Nr. 4

    Text: William Shakespeare (1564-1616)

    Hey, Robin, jolly Robin,
    Tell me how thy lady does.
    My lady is unkind, perdy.
    Hey, Robin, jolly Robin,
    Tell me why is she so?
    She loves another, another.

    Hei, Kehlchen, muntres Kehlchen,
    sag mir, wie's der Gattin geht.
    Mein Weibchen ist gemein, fürwahr.
    Hei, Kehlchen, muntres Kehlchen.
    sag mir, warum sie's ist?
    Sie liebt 'nen Andern, 'nen Andern.

    Übersetzung © 2013 von Bertram Kottmann

  • Erich Wolfram Korngold (1897 – 1957): 5 Songs of the Clown op. 29, Nr. 5

    Text: William Shakespeare (1564-1616)

    When that I was and a little tiny boy,
    With hey, ho, the wind and the rain,
    A foolish thing was but a toy,
    For the rain it raineth every day.

    But when I came to man's estate,
    With hey, ho, the wind and the rain,
    'Gainst knaves and thieves men shut their gate,
    For the rain it raineth every day.

    But when I came, alas! to wive,
    With hey, ho, the wind and the rain,
    By swaggering could I never thrive,
    For the rain it raineth every day.

    A great while ago the world begun,
    With hey, ho, the wind and the rain,
    But that's all one, our play is done,
    [And we'll strive to please you every day.]

    Und als ich ein winzig Bübchen war,
    Hop heisa, bei Regen und Wind!
    Ein närrisch Ding war nur Spielzeug
    Denn der Regen, der regnet jeglichen Tag.

    Doch als ich das Mannesalter erreichte
    Hop heisa, bei Regen und Wind!
    Schloss man vor Schelmen und Dieben das Tor
    Denn der Regen, der regnet jeglichen Tag.

    Und als ich ach! ein Weib tat frei'n,
    Hop heisa, bei Regen und Wind!
    Da wollte mir Müßig gehn nicht gedeihn,
    Denn der Regen, der regnet jeglichen Tag.

    Die Welt steht schon eine hübsche Weil',
    Hop heisa, bei Regen und Wind!
    Doch das Stück ist nun aus, und ich wünsch' euch viel Heil;
    [und dass es euch künftig gefalle!]

    Ergänzungen zur Übersetzung von Ludwig Tieck (1773-1853) / August von Schlegel (1767-1845) s. Lied 22: Verena Tönjes

  • Robert Schumann (1810-1856): op. 127 Nr. 5

    Text: William Shakespeare, dt. Ludwig Tieck (1773-1853) / August von Schlegel (1767-1845)

    Und als ich ein winzig Bübchen war,
    Hop heisa, bei Regen und Wind!
    Da machten zweie nun eben ein Paar;
    Denn der Regen, der regnet jeglichen Tag.

    Und als ich ach! ein Weib tat frei'n,
    Hop heisa, bei Regen und Wind!
    Da wollte mir Müßig gehn nicht gedeihn,
    Denn der Regen, der regnet jeglichen Tag.

    Die Welt steht schon eine hübsche Weil',
    Hop heisa, bei Regen und Wind!
    Doch das Stück ist nun aus, und ich wünsch' euch viel Heil;
    und dass es euch künftig gefalle!

    For the English original, see song 21

  • Franz Schubert (1797-1828): Der Zwerg D. 771

    Text: Matthäus von Collin (1779-1824)

    Im trüben Licht verschwinden schon die Berge,
    Es schwebt das Schiff auf glatten Meereswogen,
    Worauf die Königin mit ihrem Zwerge.

    Sie schaut empor zum hoch gewölbten Bogen,
    Hinauf zur lichtdurchwirkten blauen Ferne,
    Die mit der Milch des Himmels blaß durchzogen.

    Nie habt ihr mir gelogen noch, ihr Sterne,
    So ruft sie aus, bald werd' ich nun entschwinden,
    Ihr sagt es mir, doch sterb' ich wahrlich gerne.

    Da geht der Zwerg zur Königin, mag binden
    Um ihren Hals die Schnur von rother Seide,
    Und weint, als wollt' er schnell vor Gram erblinden.

    Er spricht: Du selbst bist schuld an diesem Leide,
    Weil um den König du mich hast verlassen:
    Jetzt weckt dein Sterben einzig mir noch Freude.

    Zwar werd' ich ewiglich mich selber hassen,
    Der dir mit dieser Hand den Tod gegeben,
    Doch mußt zum frühen Grab du nun erblassen.

    Sie legt die Hand auf's Herz voll jungem Leben,
    Und aus dem Aug die schweren Tränen rinnen,
    Das sie zum Himmel betend will erheben.

    Mögst du nicht Schmerz durch meinen Tod gewinnen!
    Sie sagt's, da küßt der Zwerg die bleichen Wangen,
    D'rauf alsobald vergehen ihr die Sinnen.

    Der Zwerg schaut an die Frau, vom Tod befangen,
    Er senkt sie tief in's Meer mit eig'nen Handen,
    Ihm brennt nach ihr das Herz so voll Verlangen, –
    An keiner Küste wird er je mehr landen.

  • Margaret Ruthven Lang (1867-1972): Nonsense Rhymes and Pictures op. 42

    Text: Edward Lear (1812-1888)

    There was an Old Man with a gong
    Who bumped at it all the day long;
    But they called out, „Oh, law! You’re a horrid old bore!“
    So they smashed that Old Man with a gong.

    Besaß ein alter Mann einen Gong,
    der schlug auf ihn ein tagelang,
    man schrie “oh weh! Du nervst mehr denn je"
    und erschlug den alten Mann mit dem Gong.

    Übersetzung: Verena Tönjes

  • Stephen Sondheim (1930-2021): A little night music

    Text: Stephen Sondheim

    Isn't it rich? Are we a pair?
    Me here at last on the ground, you in mid-air...
    Send in the clowns.

    Isn't it bliss? Don't you approve?
    One who keeps tearing around, one who can't move...
    Where are the clowns?
    Send in the clowns.

    Just when I'd stopped opening doors,
    Finally knowing the one that I wanted was yours,
    Making my entrance again with my usual flair,
    Sure of my lines,
    No one is there.

    Don't you love farce?
    My fault, I fear.
    I thought that you'd want what I want.
    Sorry, my dear.

    But where are the clowns?
    There ought to be clowns.
    Quick, send in the clowns.

    What a surprise! Who could foresee
    I’d come to feel about you what you felt about me?
    Why only now when I see that you’ve drifted away?
    What a surprise…
    What a cliché…

    Isn't it rich,
    Isn't it queer,
    Losing my timing this late in my career?

    And where are the clowns?
    Quick, send in the clowns.
    Don’t bother, they’re here.

Das Bühnenprogramm

In ihrem Liederabend “Songs of the Clown” spüren Verena Tönjes und Daria Tudor dieser facettenreichen Figur durch alle Epochen und Genres nach und verwandeln sich dafür selbst in Pierrot und Harlekin. So erklingen Lieder des melancholischen Weißclowns ebenso wie Lieder des fröhlichen Rotclowns - Lachen und Weinen liegen beim Clown eben nah beieinander! Zwischen den Liedern stolpern Charlie Chaplin und Buster Keaton über die Leinwand, während Pierrot dazu Klavier spielt.

Das Programm umfasst Werke von Korngold, Künneke, Schubert u.A. Daneben erklingt auch der ein oder andere Schlager - wie bitte? Nun ja, Verena Tönjes und Daria Tudor widmen sich eben jedem Genre mit demselben musikalischen Enthusiasmus und derselben darstellerischen Intensität! Gerade die große Bandbreite dieses poetischen, tragikomischen Liederabends macht seinen Reiz aus.

Trailer

Kommende Veranstaltungen

Fotos: Jan Steinhauer

Live Fotos: Lavinia Cioacă